„Ehrenamtliche sind die Helden der Nation“ Reckweltmeister Eberhard Gienger und Thomas Bareiß diskutieren in Albstadt mit Vertretern des Sportkreises Zollernalb
Thomas Bareiß MdB und Eberhard Gienger MdB besuchten gestern den Zollernalbkreis. Sie besichtigten den Zollersteighof und die Landessportschule und diskutierten mit Vertretern des Sportkreises.
Albstadt. Im Zeichen des Sports stand der gestrige Tag für Thomas Bareiß, MdB und Eberhard Gienger, MdB. Zunächst führte Dressurolympiasieger Martin Schaudt sie und eine Gruppe Interessierter über seinen Zollersteighof und wies sie in die Geheimnisse des Reitsports ein: Von einfachen Grundlagen wie den Gangarten eines Pferdes bis zu Wettkampfdetails. Auch das Thema Doping wurde diskutiert. Sportlich weiter ging es in der Landessportschule Albstadt. Leiter Ulrich Bock zeigte einen Querschnitt des Schulangebots und führte die Besuchergruppe in Trainerlehrgänge, Übungsleiterkurse, zum Schüler-Mentoren-Programm sowie zum Training der zweiten Mannschaft des HBW Balingen und der ler-Kunstrad-Weltmeisterin Anja Scheu. Darauf folgte ein lebhafter Austausch mit Vertretern des Sportkreises Zollernalb zum Thema Ehrenamt und Zukunft der Vereine. „Wo liegen ihre Probleme?" wollte Gienger, der auch Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbundes ist, wissen und forderte die anwesenden auf „Haben Sie keine Hemmungen, schreiben Sie mir oder sprechen Sie ihre Abgeordneten an." ,,Vereine sind der soziale Kitt der Gesellschaft", zitierte Gienger den Präsidenten des Deutschen Turnerbundes, Rainer Brechtken. Ihre Arbeit sei überaus wichtig. Am Nachwuchs allerdings hapere es, denn die Sportlichkeit und dass Bewegungsvermögen von Kindern lasse heutzutage deutlich nach, bemängelte Gienger. Jung und Alt, ja ganze Familien müssten zum Sport hingeführt werden, sprach der Reckweltmeister den Sportkreis-Vertretern aus dem Herzen. Sport sei vielen Eltern nicht wichtig, Mathe dagegen schon, kritisierten einige von ihnen. Heinz Mörbe, Hauptgeschäftsführer des Württembergischen Landessportbundes, bemängelte: „Warum sind unsere tollen Sportstätten am Wochenende geschlossen?'' Bestünde öfter die Möglichkeit, auch samstags ein Training anzubieten, wäre der Zulauf zum Vereinssport sicherlich wieder größer. ,,Ehrenamtliche sind die Helden der Nation", sagte Gienger. Das Ehrenamt sei seiner Meinung nach etwas, das sich jeder auf die Fahne schreiben sollte. Allerdings höre er immer wieder, dass es auch hier die Nachwuchs- oder Nachfolger-Suche schwierig sei. Das verkürzte Abitur sei ein Grund dafür, berichteten die Sportkreisvertreter: „Seit G-8 springen viele junge Leute ab, die sich bisher engagiert haben, weil sie keine Zeit mehr haben". Klar umrissene Aufgaben auf Zeit oder positive Bemerkungen für ehrenamtliches Engagement im Schulzeugnis könnten ein Anreiz für junge Menschen sein, schlug der Reckweltmeister vor. Gleichzeitig könne die Politik die Rahmenbedingungen für ehrenamtlich Tätige verbessern durch Bürokratieabbau und die erst kürzlich beschlossene Entschärfung der Haftungsregelung.
Pressebericht des Schwarzwälder Boten vom 23.07.09 Pressebericht des Schwarzwälder Boten vom 24.07.09
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